01

Bestimmung

Das adulte Männchen hat karminrote Gesichts-, Kehl- und Brustpartien, einen grauen Scheitel, braune Oberseiten und schwarze Unterseiten mit auffälligen weißen Flecken. Der Schnabel ist graublau. Dieser rotkehlige Hypargos unterscheidet sich von deinem Grünen Tropfenastrild Mandingoa nitidula und vom Rosenkehl-Tropfenastrild Hypargos margaritatus.

02

Männchen & Weibchen

Beim adulten Weibchen sind Gesicht, Kehle und Brust blasser graubeige statt kräftig karminrot. Vollständig entwickeltes Adultgefieder, Alter und Verhalten gemeinsam bewerten. Einschätzungen von Jungvögeln oder unklaren Fotos vorläufig lassen; ein roter Vogel auf einem Referenzfoto bestimmt nicht das Geschlecht deines Vogels.

03

Natur & Verhalten

Ein afrikanischer Prachtfink aus Dickichten, Waldrändern und dichter Vegetation nahe Wasser. Er sucht Nahrung überwiegend bodennah. Eine geeignete Gestaltung verbindet deshalb einen geschützten niedrigen Futter-Suchbereich mit Deckung und freien Wegen zu Futter, Wasser und erhöhten Ruheplätzen.

04

Käfige & Volieren

Eine ruhige, sichtgeschützte Paarvoliere mit trockenen, leicht zu reinigenden bodennahen Futterstellen und abgeschirmten niedrigen Neststützen planen. Futter und Badewasser von Kot und feuchter Einstreu fernhalten. Dein üblicher Käfig von 60 × 40 × 35 cm belegt keinen ausreichenden Zuchtraum für diese spezialisierte Art. Bewegung, Ausweichwege und tatsächliches Paarverhalten beurteilen. Temperatur an den Sitzplätzen messen und abrupte Klimaanlagenwechsel vermeiden; diese Anleitung legt keine sichere artspezifische Temperaturgrenze fest.

Käfige & VolierenLehrillustration
Käfige & Volieren · Lehrillustration
05

Ernährung & Fütterung

Eine abwechslungsreiche Kleinsaatenration mit angenommenen Hirsearten und sauberen samentragenden Gräsern sowie geeignetem Aufzuchtfutter anbieten. Museum Koenig nennt Insekten besonders für Junge; die Waxbill Finch Society hält Lebendfutter zur Jungenaufzucht vermutlich für nötig. Geeignete Futterinsekten vor Zuchtbeginn sicher beschaffen und die Annahme testen. Angenommenes Eifutter oder eine Gouldamadinen-Saatenmischung belegt keine vollständige Aufzuchtration. Saubere Gefäße nutzen, Trinkwasser täglich erneuern und verderbliche Nahrung zügig entfernen.

Saaten
Insekten
Frisches Grün
06

Zucht

Geschützte Nistplätze am Boden oder in geringer Höhe können einem üblichen hohen Nistkasten vorgezogen werden. Beide Eltern bauen ein überdachtes Nest mit Eingangsgang und teilen die Pflege. Sichere saubere Fasern statt langer Schlaufen oder loser Fäden anbieten. Balz und gegenseitige Akzeptanz beobachten, dann feste Bebrütung und Schlupf dokumentieren. Kontrollen kurz und am Wohl der Vögel ausrichten. Nach dem Ausfliegen weiter Elternfütterung und eigene Aufnahme der Jungen prüfen. Nicht annehmen, dass deine Mövchen-Ammen diese Art aufziehen können, nur weil sie deren Eier bebrüten: vor Gelegeübergabe einen artspezifischen Ersatzplan vorbereiten.

07

Vergesellschaftung

Eine getrennte Zuchtvoliere ist der klarste Ausgangspunkt. WFS berichtet in Brutstimmung von Aggression gegenüber anderen Paaren sowie verwandten oder ähnlich gefärbten Vögeln. Keine gemeinsame Haltung mit Grünen Tropfenastrilden, anderen roten Prachtfinken oder Gouldamadinen voraussetzen. Eine Trennwand muss Verfolgung und Futterausschluss verhindern, während auf beiden Seiten Flugraum, Deckung und vollständiger Zugang zu eigenen Ressourcen erhalten bleiben.

Brutzeitplan

Den Vogel beobachten, nicht nur den Kalender. Zeitspannen dienen der Orientierung; Elternpflege und Futteraufnahme bestimmen den nächsten Schritt.

01

Gelegegröße

3–6 EierEier; oberes Ende ungewöhnlich
02

Brutdauer

12–13 TageTage ab fester Bebrütung; mitunter länger
03

Ausfliegen

18–23 TageTage nach Schlupf; Haltungsbeobachtungen
04

Selbstständige Futteraufnahme

Nicht gesichert

Biodiversity Explorer beschreibt Selbständigkeit ungefähr 18 Tage nach dem Nestverlassen; das ist jedoch kein allgemeiner Trenntermin. Dauerhaft selbständige Futter- und Wasseraufnahme sowie stabilen Zustand bestätigen.

Die Naturkundereferenz nennt 3 Eier, gelegentlich größere Gelege bis 6, etwa 12–13 Tage Brutdauer und Ausfliegen in Haltung nach 18–23 Tagen. WFS nennt ungefähr 21 Tage. Als Beobachtungsfenster und nicht als automatische Eingriffstermine behandeln.

Quellen & Bildnachweise